Monitor Kalibrierung: Kelvin, Gamma & Co.

Das Gleiche ist das noch lange nicht dasselbe. Wenn Du Dir Deine Fotos auf verschiedenen Monitoren anschaust, wirst du feststellen, dass sie auf jedem Monitor anders aussehen. Kein Monitor ist wie der andere. Wenn Du Deine Fotos drucken oder entwickeln lässt, wirst Du eine vielleicht noch bösere Überraschung erleben. Aus diesem Grund gibt es Farbprofile für Monitore und Drucker. Fehlt das Farbprofil für den Monitor oder besitzt du einen älteren Monitor, der langsam nachlässt, ist es kaum möglich, preiswert ein neues Farbprofil für diesen Monitor zu erstellen. Eine Möglichkeit ist, sich ein Gerät zur Monitor-Kalibrierung zu kaufen. Es gibt trotzdem einen Weg, den Monitor ohne ein solches Gerät für die digitale Bildbearbeitung fit zu machen, um die Ausgabe etwas planen zu können. Dieser Artikel soll dir zeigen, wie Du ein Ratespiel beim Bearbeiten Deiner Fotos vermeiden kannst. Du solltest alle Einstellungen am Besten bei Tageslicht oder neutralem Umgebungslicht vornehmen. Eine preiswerte Methode, den Monitor vor Umgebungslicht und Reflektionen zu schützen, ist das Verwenden eines Rahmens aus schwarzer Pappe.

Kelvin: Einstellung der Farbtemperatur am Monitor

In Kelvin wird die Farbtemperatur von Monitoren angeben. Damit ist die Farbe des weißen Lichts gemeint, das der Monitor abgibt. Oft wird auch von Weißpunkt gesprochen. Werksseitig sind Monitore auf 9300 Kelvin eingestellt, um den Verbrauchern eine höhere Brillianz vorzugaukeln. Die Wirkung beruht auf dem proportional höherem Blauanteil. Der Mittelwert unseres Tageslichtes liegt aber bei etwa 5.500 Kelvin, ist also erheblich wärmer. Belichter und Druckereien benutzen in der Regel einen Weißpunkt von 6.500 Kelvin bis 5.500 Kelvin. Der Farbraum sRGB, in der die meisten Kameras Fotos speichern, arbeitet auch mit einem Weißpunkt von 6.500 Kelvin. Viele Monitore bieten eine Einstellung von 9.300 Kelvin, 6.500 Kelvin und 5.500 Kelvin an. Über das Menü Deines Monitors kannst du den Kelvinwert über Presets auf 6.500 Kelvin ändern. Bei mir sind das die Werte R 82, G 66 und B 48. Solltest Du keine Presets haben, kannst Du vielleicht die RGB-Werte direkt einstellen. Der Rotanteil ist oft zu hoch und kann meistens noch 3 bis 4 Schritte zurück gestellt werden.

Helligkeit und Kontrast: Einstellung der Werte am Monitor

Es gibt keinen vernünftigen Grund, warum ein Monitor nicht mit vollem Kontrast betrieben werden sollte. Der Lebensdauer und der Qualität schadet es eigentlich nicht. Allerdings ist der hohe Kontrast sehr viel besser für die Augen beim Bearbeiten der Fotos. Um den Kontrast und die Helligkeit am Monitor korrekt einzustellen, ist zuerst der Kontrast am Monitor auf den maximalen oder fast maximalen Wert einzustellen. Die Helligkeit stellst Du nun so ein, dass diese Grauskala gleichmäßig dargestellt wird und alle Felder erkennbar sind. In der dargestellten Skala sollte das weiße Feld ganz unten in hellem weiß erscheinen und das schwarze Feld ganz oben in tiefem schwarz. Im Idealfall sollte zwischen jedem Feld eine Abstufung zu erkennen sein. Es kann sein, dass die Abstufungen in den hellen Tönen feiner sind, als in den dunklen. Ältere Monitore erreichen nicht mehr die volle Helligkeit. Sollten die oberen Felder der Grauskala trotz voll aufgedrehter Helligkeits- und Kontrastregler in schwarz erscheinen, kann das ein alternder Monitor sein, der auf Dauer immer dunkler wird. Alternde Flachbildschirme haben hier besondere Probleme.

Gamma: Einstellung der Gammakorrektur am Monitor

Die Gammakorrektur am Monitor wird benötigt, um das nichtlineare Helligkeitsempfinden des menschlichen Auges zu kompensieren. Das Auge reagiert bei einer doppelten physikalischen Helligkeit nicht mit einer doppelten Helligkeitsempfindung. Der Gamma-Wert eines mit Windows betriebenen Monitors liegt ungefähr bei 2,2. Fotografische Labore arbeiten ebenfalls mit einem Gamma von 2,2 und ein am Monitor für gut befundenes Bild wird auch dementsprechend belichtet. Allerdings gilt das nur einen neuen, gut funktionierenden Monitor. Wird der Monitor älter, verändert sich der Gamma-Wert. In den Einstellungen der Grafikkarte oder direkt im Menü des Monitors lässt sich der Gamma-Wert einstellen.

Tools zur Gammakorrektur

Ein Tool speziell für die Gammakorrektur ist der Monitor Calibration Wizard. Das Windows-Programm führt Schritt für Schritt durch die Kalibrierung des Monitors. Es ist kostenlos auf der Website des Programmieres Mike Walters oder auch bei Vollversion.de zu haben. Wer Adobe Photoshop besitzt, kann Adobe Gamma zur Gammakorrektur benutzen. Eine kostenlose Alternative zu Adobe Gamma ist das Programm QuickGamma von Eberhard Werle, der auch das Programm QuickMonitorProfile zur Erstellung von Bildschirmprofilen für die Farbverwaltung anbietet.

Kontrolle und Feinjustierung

Hast Du alle Einstellungen vorgenommen, kontrollierst du das Ergebnis durch einen Probeausdruck oder eine Probeentwicklung in einem Labor deiner Wahl. Für diesen Zweck bieten die Labore Farbtestbilder und Kontrasttestbilder an, an denen Du Deine Einstellungen vornehmen kannst. Ist das geschehen, schickst Du genau diese Testbilder an das Labor zur Entwicklung und vergleichst dann den erhaltenen Abzug mit Deinem Monitor. Nun kannst Du weitere Einstellungen vornehmen, bis der erhaltene Abzug mit Deinem Monitor übereinstimmt. Mit einem Probeausdruck Deines Druckers verfährst du analog.

 

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5 Kommentare zu “Monitor Kalibrierung: Kelvin, Gamma & Co.”

  1. Wochenrückblick KW45 - lens-flare.de Fotoblog
    9. November 2008

    [...] Monitor Kalibrierung: Kelvin, Gamma & Co. von PHOTOS OF NO CONSEQUENCES Was machen, wenn einem zur Kalibrierung die entsprechende Hardware fehlt? Jörg erklärt es dir. [...]

  2. .markus
    9. November 2008

    Witzig. Habe gerade gestern darüber nachgedacht, da ich doch mittlerweile ein paar Foto- und Drucksachen mache. Schöne Anleitung.

  3. Jörg
    12. November 2008

    Vielen Dank! Beim Drucken wird es noch etwas komplizierter, glaube ich. Da kommt es noch auf die verschiedenen Druckverfahren an. Ich hatte da mal so eine Geschichte, wo wir unbedingt ein bestimmtes Blau hinbekommen wollten. Wegen fehlender Kalibrierung war das eine schwierige Sache.

    Auf Cleverprinting.de gibt es ein Handbuch für die Erstellung von Druckdaten. Ich fand das ganz gut gemacht und übersichtlich erklärt.

  4. Stilz
    22. November 2008

    Hallo Jörg, noch ein kleiner Tipp: wem der Erwerb einer entsprechenden Hardware zur Kalibrierung von Monitor und Drucker zu teuer ist, der sollte mal in seinem lokalen Fotoclub vorbei schauen. Viele Clubs (ob bei der VHS oder der Uni oder sonstwo) haben ein Gerät, das alle Mitglieder des Fotoclubs benutzen dürfen. Der engagierte Hobbyfotograf muss ja nur ein bis zweimal im Jahr kalibrieren, da ist das eine günstige Gelegenheit. Außerdem macht das Fotografieren in Clubs noch mehr Spaß :)

  5. Jörg
    22. November 2008

    Vielen Dank für den Hinweis! Ich werde mich demnächst mal danach umhören.

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